Unsere Regierungsvertreter relativieren die Armut in Deutschland gerne und schieben die Schuld an der – relativ gesehen gar nicht vorhanden Armut – der Bevölkerung selbst in die Schuhe. Damit ist es leichter, zu rechtfertigen, dass seit Jahren zugeschaut wird, wie die Schere immer weiter auseinander geht und über Armut diskutiert wird, statt sie zu beseitigen!
In Talkshows wird lang und breit darüber definiert was denn “arm” genau bedeute, ist jemand nun “arm” oder “nur von Armut bedroht” und auch der Vergleich mit der dritten Welt wird immer wieder gerne herangezogen.
Es ist Zeit, dass dieses Ausdifferenzieren von Begriffen aufhört und endlich einmal in Politik und Medien Klartext geredet und vor allem gehandelt wird.
Auch jemand, der nicht vom Hungertod bedroht ist, sondern sich von Hartz IV “gut und gesund” ernähren kann (wurde wirklich so von einem Berliner Finanzsenator geäußert: hier) ist definitiv arm, weil ihm sein Recht auf eine würdige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben genommen ist.
Kinder, die in “Grund- und Hauptschulen” auf Hartz IV vorbereitet werden, ohne Alternative, ohne Möglichkeit das zu ändern, sind arm!
Menschen die sich in teils unwürdiger Wohnsituation von der Umwelt und ihren Mitmenschen abkapseln, weil es ihnen peinlich ist, immer wieder nein sagen zu müssen wenn andere in ein Cafe oder ins Kino oder ins Konzert gehen, sind arm!
Und dann gibt es noch die Menschen, vorwiegend auch unter den ach so wohlhabenden Rentnern, die nicht einmal über ein Hartz IV Budget verfügen – weil sie so erzogen wurden, dass jeder für sich selber verantwortlich sei und man niemandem auf der Tasche liegen solle – die ihre Würde verzweifelt zu wahren versuchen und lieber hungern als um Hilfe zu bitten.
Es ist mehr als höchste Zeit für eine Systemänderung. Wir haben das Geld dazu und wir müssen die Voraussetzungen dazu schaffen. Funktionieren wird das Ganze aber nur, wenn wir auch eine andere Art von Armut beseitigen. Solange Deutschland immer bildungsärmer wird, wird die Zahl der Menschen steigen, die resignieren und die sich ihrer Rechte gar nicht bewusst sind. Für die Profiteure der Situation sicher gewollt – für jeden, der sich Menschlichkeit bewahrt aber eine Situation die nach Handeln schreit! Hoffen wir, dass es genügend hören und die Zahl derer die aufschreien irgendwann größer ist als die derer, die ihre Ohren verschließen. Geben Sie dem Protest eine Stimme – Ihre Stimme!
Im September haben Sie die Möglichkeit dazu – indem sie KEINER DER ETABLIERTEN PARTEIEN IHRE STIMME GEBEN!
FDP SPD CDU CSU DIE GRÜNEN